Die konzertante Premiere von „Tamerlano“ in Wien

Am 9. April 2026 findet auf der Bühne des Musikvereins (Wien, Österreich) die konzertante Uraufführung der Oper „Tamerlano“ von Georg Friedrich Händel in einer auf Initiative des Fonds für die Entwicklung von Kultur und Kunst Usbekistans geschaffenen Fassung statt. Zuvor wurde diese Interpretation in szenischer Form präsentiert; die Wiener Aufführung markiert ihre erste Realisierung als eigenständiges akademisches musikalisches Statement in konzertanter Form.

Die Oper „Tamerlano“, die Georg Friedrich Händel 1724 komponierte, gilt als eines der Schlüsselwerke seines Opernschaffens. Sie zeichnet sich durch eine hohe dramaturgische Dichte, eine komplexe vokale Architektur sowie einen spannungsgeladenen musikalischen Dialog aus – Eigenschaften, die das Werk besonders für die konzertante Aufführung prädestinieren.

Die besondere künstlerische Identität des Projekts wird durch die musikalische Interpretation von Kirill Richter geprägt, die im Rahmen der Inszenierung entwickelt wurde. In seiner Arbeit mit der barocken Grundlage Händels schlägt der Komponist eine neue Lesart der Partitur vor, die diese organisch um nationale Klangfarben und ein zeitgenössisches musikalisches Denken erweitert. Dieser Ansatz intensiviert die Dramaturgie des Werkes und verleiht der Oper eine aktuelle klangliche Dimension, ohne dabei den Respekt vor dem Original zu verlieren.

Die konzertante Fassung der Oper richtet den Fokus auf die ursprüngliche Essenz des Werkes – seine musikalische Struktur. Im Zentrum stehen die Partitur, die Chorszenen sowie die Solopartien, die die innere Dramaturgie der Komposition offenlegen und es ermöglichen, „Tamerlano“ in seinem reinen klassischen Klangbild zu erleben. Die Aufführung erfolgt in italienischer Sprache.

An dem Konzert wirken das Nationale Symphonieorchester Usbekistans unter der Leitung von Dirigent Alibek Kabdurakhmanov sowie der Verdiente Chor der Republik Usbekistan unter der künstlerischen Leitung von Gulnara Malikova mit. Die Solopartien werden von führenden Opernsolisten internationalen Formats interpretiert.

Die konzertante Premiere von „Tamerlano“ in Wien stellt ein bedeutendes Ereignis in der internationalen Konzertpraxis dar. Sie unterstreicht die Aktualität des klassischen Opernerbes außerhalb des theatralen Rahmens und demonstriert das hohe Niveau der usbekischen Interpretationsschule im Dialog mit führenden Solisten der Welt auf einer der renommiertesten akademischen Bühnen Europas.

Musik: Georg Friedrich Händel

Zeitgenössische Interpretation: Kirill Richter

Dirigent: Alibek Kabdurakhmanov

Über den Fonds für die Entwicklung von Kultur und Kunst Usbekistans (ACDF)

Der Fonds für die Entwicklung von Kultur und Kunst Usbekistans (ACDF) widmet sich der Bewahrung, Förderung und Weiterentwicklung des kulturellen Erbes, der Kunst und der Kultur Usbekistans. Als Vorreiter der kulturellen Entwicklung des Landes setzt sich ACDF für den Aufbau eines nachhaltigen kulturellen Ökosystems, die Stärkung der Kreativwirtschaft sowie für die Schaffung von Möglichkeiten für Kulturschaffende auf lokaler, regionaler und globaler Ebene ein.

ACDF ist davon überzeugt, dass Kultur und kulturelles Erbe eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Gesellschaft, der Stärkung von Gemeinschaften, der Verbindung zwischen Generationen und der Förderung des interkulturellen Dialogs spielen.

Der Fonds organisierte erfolgreich die 4. Weltkonferenz zur Kreativwirtschaft (WCCE) am 2.–4. Oktober 2024 in Taschkent sowie den ersten Aral-Kulturgipfel vom 4.–6. April 2025 in Nukus, Karakalpakstan. Darüber hinaus leitete ACDF den Auftritt Usbekistans auf der Expo 2025 in Osaka, Kansai, Japan (April–Oktober 2025) und verantwortet die Wiederbelebung des Zentrums für zeitgenössische Kunst in Taschkent, den Bau des neuen Nationalmuseums Usbekistans nach einem Entwurf von Tadao Ando sowie die Restaurierung und teilweise Rekonstruktion des Palastes des Großfürsten Romanow.

ACDF initiierte zudem das fortlaufende Forschungsprojekt „Taschkenter Moderne XX/XXI“, das der Dokumentation und dem Schutz der modernistischen Architektur der Stadt gewidmet ist. Im Rahmen dieses Projekts erschienen zwei bedeutende Publikationen in Zusammenarbeit mit Rizzoli New York (November 2024) und Lars Müller Publishers (Mai 2025).

In Buchara rief ACDF im September 2025 die erste Bucharische Biennale ins Leben. In Samarkand war der Fonds Gastgeber der 43. Sitzung der Generalkonferenz der UNESCO vom 30. Oktober bis 13. November 2025.

Bis heute hat ACDF mit seinen wegweisenden Ausstellungen in 17 Ländern mehr als 3,5 Millionen Besucherinnen und Besucher erreicht – vom Louvre und dem Institut du Monde Arabe in Paris über die Uffizien in Florenz, das British Museum in London bis hin zum Palastmuseum in Peking. Durch Projekte in Europa, Asien und der Golfregion sowie Kooperationen mit über 40 internationalen Museen und Kultureinrichtungen trägt der Fonds dazu bei, die Stimmen und Geschichten Usbekistans auf den einflussreichsten kulturellen Bühnen der Welt sichtbar zu machen.

Kirill Richter

Kirill Richter ist Pianist und Komponist und wurde durch eine Reihe von Klavierwalzern mit dem Titel „Auf dem Weg in die geliebte Stadt“ bekannt. Die bewusst schlichte Tonsprache seiner Werke fand große Resonanz beim Publikum und offenbarte einen unverwechselbaren Personalstil, der sich durch Aufrichtigkeit, Energie und eine starke emotionale Wirkung auszeichnet.

Seit 2019 arbeitet Richter eng mit dem Origen Festival Cultural in Riom (Schweiz) zusammen, wo er auch lebt und schöpferisch tätig ist. Für das Festival schuf er das „Russische Requiem“ (2019), anschließend die „Babylonischen Gesänge“ (2022) sowie „Sieben Jahrhunderte“ (2023).

Nationales Symphonieorchester Usbekistans

Das Nationale Symphonieorchester Usbekistans wurde 1938 gegründet und genießt einen hervorragenden internationalen Ruf. Das Orchester gastierte unter anderem in Thailand, Russland, Deutschland und Frankreich und verfügt dank seines breit gefächerten Repertoires über ein großes Publikum. Es trat gemeinsam mit Stars der internationalen klassischen Musikszene auf, darunter Andrea Bocelli, Alessandro Safina, José Carreras, Anna Netrebko, Maxim Vengerov, Behzod Abduraimov und Vladimir Ashkenazy. Das Orchester leistet einen bedeutenden Beitrag zur kulturellen Zusammenarbeit und fördert das internationale kulturelle Verständnis. Chefdirigent des Orchesters ist Alibek Kabdurakhmanov.